(Nicht nur) Für OCC ;)

Weihnachtsmarktasylant by occ

Kaum zu glauben, aber wirklich wahr: Nach einem Jahr, einem Monat und 23 Tagen hat meinen Gastschreiber occ die Muse gepackt. Endlich wie ich anmerken möchte, denn ich vermisste seine Zeilen bereits. Natürlich möchte ich euch seine Zeilen nicht vorenthalten! Folgt ihm auf – oder besser durch – den Weihnachtsmarkt. Viel Vergnügen! 🙂

[Kommentare dürft ihr gerne unter dem Beitrag hinterlassen. Occ wird sie lesen und ggf. antworten. ;)]

Auf der Jagd nach Weihnachtsgeschenken hatten wir uns den vergangenen Samstag als Einkaufstag auserkoren. Ja, mir war klar dass es schlimm werden würde. Ich meide Menschenmassen, denn die Erfahrung zeigt mir, dass es ohne Aggressionsausbrüche meinerseits gegenüber irgendeinem deutschen Michel nicht abgeht, der, wie so häufig, sich mir in den Weg stellt und pöbeln will. Meiner Partnerin ist so etwas natürlich peinlich, aber ich bin nun ein Mensch geworden, der ungern etwas runterschluckt sondern erstmal verbal zurückschlägt.
Interneteinkäufe versuche ich nach wie vor so gering wie möglich zu halten- hab was gegen die Verschrottung von Städten und der Discounterüberflutung.Weihanchtsmann

Helm ab zum Gebet und dann ab in den Konsumnahkampf. Um spezielle Dinge zu finden, braucht es schon Fachgeschäfte mit geschultem Personal. In der Stadt merkt man auch schon die Auswirkungen des e-commerce: Fachgeschäfte ziehen sich zurück, fachliche Beratung ist zu teuer geworden für die Unternehmen, die Leute schauen eh nur auf den Preis- die Verblödung von uns allen nimmt immer mehr Fahrt auf. Eine langwierige Suche stand uns bevor.

Begleitet wurden wir von tausenden von Menschen, die sich durch die Innenstadt schoben, die Laufwege waren zu kleinen Gassen geworden, da sich links und rechts Weihnachtsmarktbuden aneinander reihten. Es stank nach Fusel, den die Glühwein nannten und Frittierfett allenthalben. Die Geräuschkulisse war enorm, ein Stakkato von unzufriedenem Gegrunze, halbnüchternes Gelächter von Menschen, sie sich dort tatsächlich amüsieren können, schweizerischen Plattitüden, schwäbischen Geschachere und Kindergequake (warum tun das Eltern ihren Kindern nur an- sie durch solche Orte zu schleusen???)

Also, wir mussten immer wieder durch den Weihnachtsmarkt, der sich in Stuttgart durch diverse Straßen schlängelt, um das eine oder andere Geschäft zu erreichen. Ich suchte Porzellanbecher aus einer alten Serie von Villeroi&Boch. Hatte im Laufe der Zeit diesen Bestand an Bechern bei meiner Partnerin arg dezimiert, Feinmotorik ist mir eher fremd. Aber das gehört jetzt nicht in diese Geschichte. Es gibt Fachgeschäfte für so etwas! Wir waren sogar in denen drin. Und was gab das geschulte Personal in diesen Fachgeschäften unisono von sich?! „ Diese Serie führen wir schon lange nicht mehr- können wir Ihnen auch nicht mehr bestellen, versuchen Sie es doch mal im Internet.“ Ich dachte, ich bin bekloppt!!!!!! Stürze ich mich in den Vorweihnachtstrubel und will die Fachgeschäfte und deren Arbeitsplätze unterstützen und krieg von denen zu hören, dass ich doch besser im Internet auf die Suche nach dem Porzellan gehen sollte!!! Mir wurde langsam schlecht, mein Ärger war auf der Suche nach Opfern. Meine Freundin kennt mich und meinte auch sofort, dass sie mich jetzt auf ne Bratwurst einlädt. Was bei Hunden funzt, das funzt dann wohl auch bei mir- also gingen wir Bratwurst essen. Ich bestellte zwei Würste, die eine kam sofort, die bekam meine Freundin, die andere kam erst 15 Minuten später, da war meine Freundin schon fertig und Kircheich fragte die Verkäuferin, ob ich bei der Jagd auf das Schwein behilflich sein könne. Ich sah den besorgten Blick in den Augen von meiner Freundin und zählte innerlich erstmal bis 50, aß meine Wurst und sagte zu ihr, dass es Zeit wäre, heim zu gehen. In solchen Momenten muss ich mit meinen Augen und meiner Gestalt schiere Angst verbreiten, die Menschen in den schmalen Gassen teilten sich vor mir, keiner kam mir blöde. Ich kenne das schon.

Plötzlich hörte ich Chorgesang aus all den anderen Geräuschen um mich herum. Wir gingen gerade an einer Kirche vorbei. Einer plötzlichen Eingebung folgend zerrte ich meine Freundin hinter mir her in diese Kirche. Was dann passierte war eigentlich unglaublich: in mir breitete sich ein Maß von Ruhe aus als ich dem Chor von jungen Menschen zuhörte, wir konnten uns einfach auf irgendeine Bank setzen, niemand wollte etwas von uns und zuhören. Ein harmonischer Chorgesang von ernsthaften Menschen. Wow- ich kam runter und es war, als wir die Kirche wieder verließen, wie ein Moment des Asyls vom Trubel draussen. Es war ein Weihnachtsmarktasyl.

Weekendfeeling

An einem Wochenede kann man entweder eher lästige Pflichten wie z.B. den Hausputz erledigen oder man hat einen Lebenspartner der Urlaub hat, einem dieses abnimmt und auf einen Weihnachtsmarkt entführt. – Stop! Weihnachtsmarkt??? Genau. Wer uns kennt wird jetzt fragen, ob wir an Fieberwahn leiden. Aber nein, seid beruhigt, wir erfreuen uns des Lebens. (Auf Grund meiner Leidensgeschichte möchte ich nicht „beste Gesundheit“ schreiben.) Und so ganz weihnachtlich war der Weihnachtsmarkt auch wieder nicht. Aber der Reihe nach:

WeihnachtsmarktIn Bremen gibt es seit Jahren zwei Märkte zur Weihnachtszeit. Zum einen ist da der „Weihnachtsmarkt“ auf/ um dem Marktplatz. Hier reihen sie klassiche Stände wie Glühweinbuden, Krimskamisch-, Kitsch- und Freßbuden aneinander. Dazwischen das ein oder andere Karusell für die Kurzen.

An der Weserpromende („Schlachte“) gibt es zeitgleich den „Schlachtezauber“. Hier bieten „echte“ Handwerker ihre Ware pfeil. Es ist ein Mittelaltermarkt. Statt küsntilichen Lichterketten brennt ihr echtes Feuer. Statt Glüchwein gibt es Met. Statt in Weihnachtmützen sind die Händler hier in alte Trachten gehüllt und auch die Sprache ist dem Zeitalter angepasst. Ein ganz besonderer Flair und eine sehr schöne Atmosphäre. (Leider ist auch dieser Markt sehr voll.) Auf eben jenen waren wir, einen heißen leckeren Met zum Genuss. Als der Hunger uns zu bezwingen drohte fanden wir auch gar köstliche Speisen. Die Auswahl war groß, so dass eine Entscheidung schwerfiel. Doch trotz Nachtblindheit entdeckte ich etwas tolles: Fast an jedem Stand gab es auch etwas in Vegeatrisch und oft sogar Vegan! – Sehr entzückt war ich, als mein Holder eine Sau verspeiste, von meiner veganen Gemüsetasche probeirte, und verkündtete dass diese ihm besser schmecke als seine Speise! 🙂

Auf dem Weg zurück zur Kutsche (In diesem Fall ganz vorbildlich Zug), wanderten wir ein wenig durch den Park und machten noch einen Abstecher in ein Paradies für (Rollen)Spieler, bei dem der Spielleiter sich mit neuen Abenteuern eindeckte (Und einer seiner Spielerin direkt ein Durchblätterverbot erteilte! ;))

Wieder Zuahuse wurden nicht nur die Samtpfoten des Hauses mit einemKratzbaum herhaften Leckerli begüßt, sondern Minou kam – dank des großzügigen Herrchens – in den Genuss eines neues Kratzbaums.

AngelsShareWie lässt man so einen gemütlichen Abend ausklingen? Genau: Mit einem guten Film und den hat mir mein lieber Kollege occ (Ihr kennt ihn als Gastschreiber.) geschickt. Zur Einstimmung auf Schottland. Vielen Dank! 🙂 Auf dem Postweg erreichte mich „Angel’s Share“. Ein schöner Film, wenn mir doch ein wenig an Spannung fehlte. Die Musik dafür, die bleibt im Ohr. 😉

Alles in allem war es ein sehr schöner Start ins Wochenede.

Vielen lieben Dank! Schön zu wissen, dass es Menschen gibt, die an einen denken. 🙂

Alle Jahre wieder – Jahresrückblick 2014

„Die Zeit steht still.

Wir sind es, die vergehen.“

[Mascha Kaléko]

ABFLUG

Der letzte Tag des Jahres 2014 und damit, wie inzwischen schon „gewohnt“, mein Jahresrückblick. Kommt mit mir auf eine Reise in die Vergangenheit, begleitet mich (noch einmal) in allen Höhen und Tiefen, die mir 2014 bescherte. Bitte anschnallen, die Reise beginnt ….

Tssssssssssssssssssssssssssssssssssssss…………………………………….Horoskop

HOROSKOP

Mein Horoskop versprach für 2014 so einiges. Ein „recht fröhliches Jahr“ sollte es werden, voll Feierlichkeiten und guter Laune. Langeweile sollte nicht aufkommen und mit meinem Schatz würde ich viel erleben. Tatsächlich kam alles genau so. Allerdings hätte ich mir in diesem Jahr ab und an ein „STOP!“-Schild gewünscht, denn auch wenn ich Stillstand nicht mag, so hätte ich mir doch an der ein der anderen Stelle einen Moment zum Durchatmen gewünscht. Rasant zog 2014 an mir vorüber. Obwohl nein, nicht vorüber, vielmehr erfasste es mich und zog mich mit in einen Strudel.

UMSCHULUNG

occDas Jahr begann direkt mit etwas Neuem – mit dem ich zugegebenermaßen gar nicht (mehr) gerechnet hatte: Einer Umschulung! Bereits vor Jahren hatte ich alle Möglichkeiten in Erwägung und alle Register gezogen, doch wurde mir dieser Bildungsweg stets verwehrt. Doch dann änderte der Gesetzgeber einen Paragrafen und *schwubs* hielt ich einen Bildungsgutschein in den Händen. Ich konnte es gar nicht glauben, mein jahrelanger Kampf hatte doch noch ein positives Ende gefunden! Nun sind bereits elf Monate um und ich gehe meinen Weg. (Mal mehr, mal weniger motiviert, aber dennoch zielstrebig.) Das Büro teile ich mir mit drei netten Kollegen und bei uns wird gelacht. Auch wenn meine Mitumschüler in ganz Deutschland verstreut sind, so möchte ich den ein oder anderen nicht missen. Mein Gastschreiber „occ“ aus SindelfingenBüro ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen! Wir schreiben uns inzwischen sogar per „Schneckenpost“ und tauschen Süßwaren. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann einamal uns persönlich zu treffen. – Einige Klassenkameraden habe ich tatsächlich bereits persönlich getroffen. Und auch mein Klassendozent kam einst nach Bremen und statte mir einen Besuch ab – und brachte mir eine Eisenbahn mit. Ein Deal der aus einer Laune heraus entstanden war. – Es ist eben etwas anderes, ob man nur ein Avatar sieht oder weiß welcher „echter“ Mensch dahinter steckt. –  Der Unterricht selbst läuft auch, mehr oder weniger, gut. Die ein oder andere Schwäche hoffe ich im nächsten Jahr ausgleichen zu können, denn dann ist es schon so weit: Die Prüfung steht an! Vermutlich werde ich nicht das Beste Ergebnis erreichen, aber zumindest bestehen. Daran glaube ich ganz fest – und nach dem Rest fragt in einigen Jahren eh keiner mehr. 😉 Aber bevor ich (mir) das beweisen kann, stehen noch sieben Monate Praktikum an denen ich, offen gestanden, etwas nervös entgegen blicke. Solange „beruhige“ ich micht mit Etwas, dass ich während meiner Praxiszeit (unterrichtsfrei) gelernt habe: Origami falten! 😀

TIERISCH

Mit den beiden vierpfotigen Neuzugängen ging es zum Tierarzt. Nach den wenigen Monaten waren die zwei zumindest so zutraulich, dass sie – unter leichter Betäubung – die Fahrt antreten konnten. Der Check Up ergab das Aronia und Apfelkorn etwas ein Jahr alt waren und weitgehend gesund. Körnchen, wie sie seit diesem Tag heißt, war allerdings von Flöhen befallen und hat einen gebrochenen Schwanz … Leider (oder auch zum Glück?) wissen wir nicht was ihr passiert ist. War es ein Unfall oder gar Absicht? Körnchen hat eine abgeknickte Schwanzspitze, aber wir lieben sie nicht weniger – und ich sag ihr immer dass sie deswegen etwas ganz Besonderes ist. Angeblich sollten die Katzen sterilisiert sein, doch eine andauernde Rolligkeit (mit allem was dazu gehört) überzeugte uns vom Gegenteil. Ab ging es, wieder einmal, mit denzwei Hübschen zur Tierärztin… Von dem „Vorpflegefrauchen“ erfuhren wir auch , dass die beiden „unzertrennlich“ wären. – Waren sie! – Allerdings etwas anders als wir dachten, denn die Unzertrennlichkeit bezog sich auf einen argen Kampf mit Festbeißen und durch die Luft wirbeln. Kurz: Körnchen und Aronia können sich offensichtlich nicht leiden … Da Aronia sich teilweise nicht einmal mehr vom Kratzbaum herunter traute, zog sie schließlich zu meinem Göttergatten. Dort entdeckt sie die Welt und tanzt ihrem „neuen“ Herrchen auf der Nase herum. (Auch wenn dieser das abstreitet. *g*) Körnchen hingegen brauchte etwas länger um anzukommen. Inzwischen schläft sie jedoch fast immer in meinem Arm. Die beiden Mädels haben uns viel Geduld gekostet, doch hat es sich – mal wieder – gelohnt. Wir bereuen keine einzige Sekunde!

AroniaUndKoernchenNORDMANNENPROBE(N)

Ebenfalls Anfang des Jahres überzeugte ich meinen Göttergatten seinen Geburtstag zu feiern. Eine „Schnapszahl“ und das an einem Samstag waren grade zu prädestiniert RonGBdazu. Da Ron ja so etwas wie ein Nordmann (gemeinhin als Wikinger bekannt) ist, lag es nahe die Feierlichkeit entsprechend zu gestalten. Kurz: Ich war voll in meinem Element und konnte (endlich wieder) basteln, backen und organisieren! Bereits während des Frühstücks übergab ich meinem Schatz mein erstes, und recht persönlich, Geschenk: Eine Musik-CD von Ragnar Rovtik. Entdeckt hatte ich den Skalden auf YouTube, ihn angeschrieben und mir eine CD zusammenstellen lassen. (Damit machte ich zwei Menschen glücklich, denn der Musiker freute sich über meine Komplimente und meine Anfrage ging ihm „runter wie Öl“.) Das Beste an der Scheibe: Ragnar hat für Ron einen Text eingesprochen. Abgestimmt auf SEIN (Rons) bisheriges Leben und ihm, auf der CD wie auch per Email, persönlich gratuliert. Ein echtes Unikat! Zwei wuchtige Torten, ein schokoladigen Kuchen und jede Menge Pizzabrötchen (Vom Geburtstagskind selbst gebacken!) ging es daran den „Wikinger in ihm“ zu beweisen. Nach erfolgreichem bestehen einiger, doch teils recht fieser, Aufgaben gab es von mir das „richtige“ oder auch „große“ Geschenk: Ein „Wikinger“-Wochenende in Schleswig.

WinkingerenteSCHWEIN GEHABT!

Auch in der ersten Jahreshälfte begab es sich, dass ich mich zu einem Schritt entschloss, den ich bereits früher einmal gegangen war: Auf Fisch und Fleisch zu verzichten! JanKein Tier soll mehr für mich sterben müssen. Ich kann Fleisch, Wurst und Fisch einfach nicht mehr mit guten Gewissen essen. Dafür entdecke und entdecke ich noch immer (neue) kulinarische Genüsse. Aber leider auch jede Menge blöder Sprüche! Doch lasse ich mich nicht beirren: MEIN Weg, MEIN Ziel! Umso mehr freue ich mich darüber, dass mein bester Freund vom selbsternannten „Fleischfresser“ über den Flexitarier nun auf dem Weg zum Vegetarier ist und mein Göttergatte zumindest den Fleischkonsum extrem einschränkt. (Laut Albert-Schweitzer-Stiftung isst der Deutsche im Durchschnitt 150 Tiere im Jahr. 150 Lebewesen die nicht mehr für uns getötet werden!!!) Damit ich gar nicht erst in Versuchung gerate habe ich die Patenschaft für ein Hausschwein übernommen, denn würde schon sein Patenkind essen!?!

Let’s PlayMeer

Auch gespielt wurde 2014 jede Menge. Inspiration dazu gaben u.a die „Bremer Spieletage“. (Hier habe ich auch praktischerweise gleich ein Brettspiel gewonnen.) Eine gute Gelegenheit sich gleich mit neuen Vorräten für (un)gemütliche Abende einzudecken. Aber auch die Rollenspiele kamen nicht zu kurz, so gaben wir uns auf der HeinzCon das „shake Hands“ mit den „Machern“ von Splittermond. Praktischerweise fand Letztere in Norddeich statt, so dass ich meine alljährliche Portion Meeresluft bekam. (Auch wenn das Meer grade nicht da war. ^^)

032AUF DEN SPUREN DER WIKINGER – AUS ÜBERZEUGUNG GEWACHSEN

AxtwerfenIm Frühjahr riefen die Nordmänner zum Markt. Die perfekte Gelegenheit für meinen großen tapferen indischen Wikinger das geschenkte Wochenende zu verbringen. Nach einem informativen Museumsbesuch in Haithabu folgte ein ausgiebiges Stöbern auf dem Markt – inklusiver Verköstigung „alter“ Speisen und eines Kruges Apfelmet. Mit einem kleinen Verdauungsspaziergang brachen wir auf zum Gelage in die „Wikigerschänke“. Dort erwartet uns ein 3-Gang-Menü – Für mich mit vegetarischen Gerichten! – Aber nicht nur Speis und Trank gab es, sondern auch sportliche Betätigung: Axtwerfen und Bogenschießen. Wie es sich für einen echten Wikinger gehört traf Ron – direkt ins Ziel! Verteidigen kann er mich also im Notfall. 😉 – Genau diese Sportarten ließen mich an mir selbst wachsen. Wer mich länger kennt weiß das ich schon immer mal Bogen schießen machen wollte. An diesem Tag sollte sich die Gelegenheit bieten, doch entschied ich mich dagegen. Der Grund mag für viele vielleicht banal sein, aber ich konnte es einfach nicht über mich bringen auf das Reh zu schießen. Natürlich war es aus Holz, dennoch erschien es mir falsch. So setzte ich mich dem Hohn und Spott meiner Mitstreiter aus – und blieb standhaft! Wer von einer Sache aus tiefsten Herzen überzeugt ist sollte sich nicht von seinem Weg abbringen lassen. Irgendwann wird sich wieder die Gelegenheit bieten und ich werde – endlich – zum Bogen greifen OHNE dabei gegen meine Überzeugung zu verstoßen! – Nach so viel Aufregung erfreuten wir uns auf dem Balkon unseres Hotelzimmers mit Wasserblick am Sternenhimmel…

Schleswig

BURGHERRIN VS. PRINZESSINSchloss

Wo wir schon einmal in Schleswig waren besichtigten wir auch gleich Schloss Gottorf. Wir entschieden uns für eine Führung durch die Gemäuer und so wurden wir von einer älteren Burgherrin und einer jüngeren Prinzessin in die Vergangenheit „entführt“. Zu gerne erinnere ich mich an den Disput der beiden als es um Männer ging. Nordmann Asathor (= Ron) wurde von der Herrin als „stattlich“ bezeichnet. So einer wie er könne im Notfall die Burg verteidigen! – Na, DAS hatte er am Vorabend in der Wikingerschänke ja zweifelsfrei bewiesen. 😉

HAPPY BIRTHDAY TO ME

GBFrühstückAuch in diesem Jahr wurde ich (mal wieder) 29! Doch dieses Mal war anders, denn ich durfte den Tag mit den beiden Menschen verbringen die mir am meisten bedeuten: Meinem Göttergatten und meinem besten Freund – und wir machten das was mir wirklich Spaß machte: Pizza essen! 😀 Ich verbrachte Zeit mit „meinen Liebsten“, tat was mir Freude bereitete, bekam etwas das ich mir schon lange gewünscht hatte (Ebookreader) und fühlte mich einfach wohl. – Perfekt machte den Tag wohl das Ron sein Handy verlor. DAS war natürlich nicht perfekt! Wohl aber, dass der Finder es im Kontaktbüro der Polizei abgab, die daraufhin die Nummer „Zuhause“ anriefen, seine Eltern erreichte, die wiederrum bei mir anriefen – und ich am nächsten Tag das Mobiltelefon wieder in der Hand hielt! 🙂 Das an dem Abend, mal wieder, unsere Vermieterin vor der Tür stand, setzte dem allerdings einen Dämpfer auf. (Dazu später mehr)

 SUMMER IN THE CITY

Im Sommer schnappte ich mir Ron und Miguel und zeigte ihnen meine „alte Heimat“: Lüneburg. Nach einem Frühstück bei meiner Mum und meinem Stiefvater ging es vom Provinznest Bleckede in die Zivilisation. Für die Stadtführung benötigte ich etwa 32 Minuten. Viel zu sehen gibt es da einfach nicht! An was ich nur nicht gedacht hatte war der Wochenmarkt und zudem war auch grade die „Toggolino-Tour“ vor Ort, so dass es vor Milchzahnterroristen nur so wimmelte! Zumindest offenbarte sich ihnen ein Blick über die Dächer der Stadt, als wir den Wasserturm erklommen hatten. In einem traditionellen Brauhaus genehmigten wir uns eine Stärkung – und Ron kostete das Hauseigene Gebräu.Lüneburg

EINE SEEFAHRT DIE IST LUSTIGHamburg

Da ich eine Hafenparty gewonnen hatte (Rundfahrt auf der Elbe inkl. Buffet), trieb es mich tatsächlich in dieses mir unliebsame Städtchen. Die Fahrt auf der Elbe war, zumindest aus berufsspezifischer Sicht, interessant. Leider war das auch alles, denn die Musik war grauenvoll, die Menschen (zu) betrunken und das Essen nicht für Vegetarier ausgelegt. Wenn schon, denn schon, dachten wir uns und brachen am nächsten Morgen – im typisch norddeutschen Shitwetter – zum „Fischmarkt“ auf. Mit einem Korb voll Obst und einer Tüte Naschwerk traten wir den Heimweg an. Fazit dieses Wochenendes: Hamburg stinkt (noch immer)! 😉

Erinnert mich an einen zerstreuten Professor! XD

KUNST IST, WENN MAN NICHT ERKENNEN KANN WAS ES IST

Da ich sagte ich wolle da „auch mal hin“, überraschte Ron mich mit einem Tagesausflug ins Künstlerdorf Worpswede. Ich sah Dinge von denen ich bis heute keine Ahnung habe für was (oder ob) man es benutzt. Kurioses, schönes, hässliches, … Besonders angetan hat es mir aber – ausgerechnet – ein Grab. Ich mag die Gestaltung. Erinnert mich irgendwie an den „Verrückten Professor“. ^^ Doch um ehrlich zu sein: Es gibt Orte die muss man nicht gesehen haben. Worpswede ist einer von ihnen …

HEIßE FRAUEN & FESCHER KERLgop-2

Als noch einige Sonnenstrahlen den Himmel erwärmten, erhitzten halb bekleidete Frauen unsere Gemüter. Mit unseren besten Freunden verbrachten mein Liebster und ich einen netten Abend im GOP. Mein erstes Mal Varietee („Lipstick“) – und es war einfach nur großartig! Eine tolle Mischung aus Akrobatik, Tanz, Musik, Gesang und Comedy, gepaart mit leckerem Essen (Ich hatte eine Käseplatte mit Feigensenf.) sorgten für unbeschwerte Stunden.

AUF TAUCHSTATION

Trotz allem Spaß öffnete ich mich aber auch der „grausamen Vergangenheit“. Mit meinem Göttergatten an der Seite ging es in ein (schreckliches) Zeugnis Deutscher Geschichte: Dem U-Boot-Bunker Valentine hier in Bremen. Wir sahen was die Menschen (Gefangenen) dort leisten mussten und unter welch grausamen Bedingungen dort herrschten…Bunker

FLÜCHTLING

Doch auch negative Dinge ereigneten sich 2014. Bereits im Frühjahr kam Miguel ins Krankenhaus. Diagnose: Nierensteine. Die Zertrümmerung überstand er gut, die Langeweile eher weniger. Vermutlich wäre der Gute ein anstrengender Patient gewesen, doch war er schlicht und einfach fast immer unterwegs. (Ob er „durfte“ oder nicht.) Der Besucher kommt ins Krankenhaus? Blödsinn: Der Patient kommt zum Besucher! Mehr als einmal wurde ich von der Arbeit abgeholt und wir gingen Kaffee trinken oder saßen mit Salat (!) an der Weserpromenade in der Sonne.

STATT MASCHENDRAHTZAUN

Kaum wurde es wärmer (was dieses Jahr ungewohnt früh der Fall war), schoss das Gras in die Höhe. (Nicht was ich denke was ihr jetzt denkt! Ich meine das „richtige“ GartenGras: Rasen!) Und genau damit begann sie, die Fehde mit „Gerlinde“, unser Nachbarin. Dazu muss man zwei Dinge wissen: Wir wohnen in einer Doppelhaushälfte, die Gärten sind nur durch einige Gehwegplatten getrennt und unsere Nachbarin hat etwa den Charakter von Else Kling! Hat die Frau nichts zu meckern, bzw. geht nicht alles ach IHREM Willen, wird sie garstig. (Also mehr als ohnehin schon.) Blöderweise sehen wir einige Dinge einfach etwas lockerer. Uns würde es nicht stören, wenn drei Grashalme auf unsere Gehwegplatten ragen. Sie schon. Hat sie uns auch gefühlte tausend Male gesagt – und wir ihr, dass es eben nicht direkt geht (Arbeit, Wetter, Krankheit etc.). Doch, wie könnte es anderes sein, auch das passte ihr nicht und *schwubs* stand nun unser Vermieter vor der Tür. Thema: Rasen. Vermutlich wäre ihm das auch ziemlich egal, doch blöderweise sind er und Gerlinde im selben Verein – und da kann Frau richtig nerven. Bei jedem Treffen und anrufen kann man ja auch … Unser Vermieter war also von unsere Nachbarin (ebenfalls) genervt und nervte nun wiederum uns, in dem ständig irgendwer vor der Tür stand. (Es war inzwischen soweit, dass ich bei jedem Klingeln an der Haustür zusammen zuckte!) Es musste ein Ende haben! So informierten wir uns beim Mieterschutzbund und beide Parteien (Nachbarin und Vermieter) erhielten ein entsprechendes Schriftstück in dem wir feststellen, dass wir von unserem Hausrecht gebraucht machen. Oder kurz: Man möge uns doch bitte in Ruhe lassen. Seit dem: Ruhe! Manchmal muss man wohl unkonventionelle Wege gehen – und darf sich schon gar nicht alles gefallen lassen. Viva le Revolution! 😉

HERZENSSACHELangzeit-EKG

Im Herbst ging es dann auch bei mir gesundheitlich Berg ab. Von der ein oder anderen Erkältung mal abgesehen begann haute es mich „von den Socken“: Ich hyperventilierte und fiel um. Zur Folge hatte dies, dass ich zwei Tage mit einem Langzeit-EKG herumlaufen musste. Doch glücklicherweise macht mein Herz nicht zu wenig, sondern zu viele Schläge. Fühlt sich aber trotzdem etwas unangenehm an. „Es schlägt zwischendurch zwischen den Herzschlägen und genau das spüren sie.“ Hat mir meine Ärztin erklärt.

DA KLAPPERT DAS GEBISS

Doch es blieb nicht nur beim Herzen, denn im Winter meldete sich auch mein Gebiss zu Wort. Heftig und schmerzhaft. Bald sah ich die Zahnarztpraxis öfter von innen, als mir lieb war. Doch reichte das nicht, denn ich wurde ans Krankenhaus überwiesen, wo mir – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Zahn gezogen wurde. Keine angenehme Sache, aber zumindest haben die Schmerzen inzwischen nachgelassen. DAS ist auch schon etwas wert!

GESCHENKT IST NOCH ZU TEUER

HeizungWer den Film kennt dessen Titel ich für diesen Absatz gewählt habe kennt, kann sich vorstellen in was für einem Haus Miguel und ich leben. (Die Decke bzw. der Boden sind – bisher – glücklicherweise aber noch nicht „durch(ge)brochen“!) Bei unserem Einzug erwartete uns bereits ein tiefes Loch, später verabschiedete sich die Elektrik, von einem defekten Geschirrspüler, undichten Fenstern und verstopften Klo ganz zu schweigen. In diesem Jahr kamen dann noch die Dinge wie Ausfall der Therme (natürlich im Winter!), reißen der Jalousiebänder, abgebrochenen Schlüsseln, eine abgefallene Heizung und eine durchgebrochene Kellerstufe dazu… Keine Bewegung, kein Schritt ohne zu befürchten das uns die Decke auf den Kopf fälltwörtlich!

FORTSETZUNG

Ich könnte diese Aufzählung noch weiter fortführen, denn 2014 habe ich auch:

  • Das erste Mal mit meinem Unwissen übe die Sportart an einem WM-Tippspiel teilgenommen. (Ich bin auf dem zweiten Platz gelandet Von hinten.)
  • Ich habe mein „Bruderherz“ (Miguel) wieder in seinem Element erlebt. (Insider! ;))
  • Eine regelrechten Tausch- und Verschenkewahn erlebt. (Auch aktiv.)
  • Das 2jährige mit Ron, sowie den Entschluss gefasst mit diesem zusammen zu ziehen.
  • Ich war auf dem Gratis-Comic-Tag, auf der Büchermeile,

ZIELE & WÜNSCHE

Zusammengefasst war 2014 für mich ein aufregendes Jahr mit vielen Erlebnissen. (Mehr tollen, als schlechten!) Und jetzt wo ich darüber schreibe und mir alles noch einmal vor Augen führe kann ich sagen: Ja, dieses ist eines der (wenigen) Jahre auf die ich gerne zurück blicke! 🙂 Das ALLERwichtigste in 2014 aber ist ganz eindutig:

KEINE VERLUSTE!!!

Meine Ziele/ Vorsätze für nächstes Jahr? Nicht viele: Praktikum ÜBER- und Prüfung BEstehen! 😉 Alles andere wird sich ergeben. IHR werdet daran teilhaben. Versprochen! 🙂

Ich danke euch allen für die zahlreichen Besuche und Kommentare auf Gedankenteiler. Die Statistik zeigt das ihr aus 135 verschiedenen Ländern (!) kommt. Es scheint als würde dieser Blog tatsächlich Menschen – aus allen Länden, allen Kulturen, (politischen) und allen Religionen – verbinden. DAS gibt mir Hoffnung. Jeder Einzelne von uns kann nur wenig erreichen, wir alle zusammen aber können etwas verändern. PACKEN WIR ES AN!

Ich wünsche euch alles Liebe für das kommende Jahr. Kommt gut rein, bleibt gesund und vor allen Dingen: Hört nie auf für eure Überzeugung zu kämpfen!

Ich werde das Jahr mit Freunden, Musik, einem selbstgemachten Käsefondue und einem guten Whiskey ausklingen lassen. Und wie eine Schottische Regel so schön lautet:

„Es muss mindestens EIN Whisky sein. ZWEI sind zu viel und DREI zu wenig!“ 😉

🙂 Wir lesen uns 2015! 🙂

Just say: Thank you!!! :)

Wie die meisten von euch ja mitbekommen haben, hatte es mich diese Woche eine Erkältung niedergerafft. Der entsprechende Blogbeitrag hagelte Genesungswünsche in Kommentarform und gut gemeinten Ratschlägen, sowie die Androhung des „Todesatem“. 😉 Vieles brachte mir ein Schmunzeln ins Gesicht.

Mit Zwiebelsaft, Tee, Eis und jeder Menge Schlaf begann mein Körper zu regenerieren. Gegen Ende der Woche gab es dann leider einen kleinen Rückfall. Meine Stimme blieb teilweise ebenso weg wie meine Luft. (Mein Mitbewohner freute sich indess über weniger Widerworte.) Während ich so dachte: „Schei … benkleister.“ hatte am anderen Ende des Landes mein Gastschreiber occ längst einen Plan gefasst, von dem ich nicht einmal etwas ahnte. Und während ich, mal wieder, vor mich hin litt brachte der Postbote einen dicken gepolsterten Umschlag. „Mmh. Okay, das wird wohl das Geschirr für Phex sein.“ dachte ich und öffnete ihn. Hätte ich mir die Mühe gemacht auf den Absender zu blicken, wären mir die drei Fragezeichen über meinem Kopf sicher ersspart geblieben.

Aus dem Umschlag rutschten Süßigkeiten heraus. Bei zweiten Blick stellte ich fest, dass es sich um englische Süßwaren handelt. Das wurde ja immer kurioser. Hatte ich das bei einem der unzähligen Gewinnspiele gewonnen? Wäre bei mir ja nicht so abwegig. Doch dann fand ich einen Umschlag und auch eine Genesungskarte. Von einem einem lieben Kollegen: occ! – Einige Wochen zuvor hatte ich ihm Marzipan geschickt, da er bei sich scheinbar noch keines bekommen konnte, wo bei uns „hier oben“ die Läden voll davon sind. Stuttgarter Süßwaren hätte er nicht wirklich, dafür würde mir hier aber eine Auswahl aus seinem Lieblingsladen schicken. Offenbar hat occ mir sehr gut zugehört (Toll, wenn Männer zuhören! *g*), denn neben dem klassichen „Mint Cake“ fand ich auch Fudge und ein Heißgetränk mit Fudgegeschmack. – Und ich LIEBE Fudge!!! 😀

Das tolle "Genesungspaket" :)
Das tolle „Genesungspaket“ 🙂

Da mein Kollege schrieb das es in Stuttgart an regionalen Süßigkeiten (die sich auch verschicken lassen) magelt, bin ich nun neugierig. Es gibt ja in jeder Region und meist auch jder Stadt etwas „typisches“. Auch bei Süßwaren. Was ist es bei euch? Lasst uns in den Kommentaren mal wissen, was es in eurer Stadt/ Dorf/ Region an typischem Naschkram gibt. 🙂

Typisch für Bremen ist zum Beispiel der „Babbeler“. Kein Kaugummi, wie der Name vielleicht vermuten lässt, sondern eine Bonbonstange. Es ist zwar keine Medizin, dennoch gibt es ihn nur in Bremer Apotheken – und Teehäusern, denn praktischerweise kann man gleich sein Heißgetränk damit süßen.  (Ironischerweise mögen ihn die meisten gebürtigen Bremer offenbar nicht.)

Bremer Bubbler
Bremer Bubbler

Fiktiver Brief an einen heimkehrenden Menschen, oder die Erinnerung an Sommer. [by occ]

Laub

Ich kann dich nur willkommen heißen, hier im schleichenden Herbst.
Während du weg warst, gab es im Südwesten Deutschlands eine Volksabstimmung, ob wir nicht gleich in die Jahreszeit des Herbstes wechseln mochten.

Hatten dann praktischerweise alle zugestimmt.

Also, wundere dich bitte nicht, falls du den Sommer hier erwartet hattest.
Warum wir das so beschlossen hatten?
Schau, wir waren der unendlichen Sehnsucht müde,
mit der wir morgens aufwachten und erwarteten, dass ein warmer Wind zwischen den Spalten der schaukelnden Gardinen in unsere Zimmer zog.
Nachts schlafen, bei allen geöffneten Fenstern,
so dass wir immer den Puls der Städte mit in unsere Träume nahmen,
die Hoffnung darauf, der wollten wir uns nicht mehr aussetzen.

Das Gefühl, das uns befallen könnte, wenn wir die ersten Schritte aus den Häusern machten und feststellten, dass die Zimmer ja viel mehr kühler waren als die der Welt draußen, dass man den Eindruck hätte bekommen können, der Tag sei schon weit fortgeschritten ob seiner warmen Luft und der Helligkeit der Sonne.
Naja, und dann die Menschen. Leicht bekleidet und sorglos sich begegnen müssten, immer ein Blinzeln im Gesicht tragend, das war nicht mehr auszuhalten.
Und um die Mittagszeit: über den Feldern weit draußen vor den Städten,
da würde die Luft so voller Wärme flirren, dass selbst die Grillen in ihrem Reigen inne gehalten hätten um sich für den Abendchor genug Lebenskraft zu erhalten.
In den Städten flüchteten die Menschen aus den Büros auf beschattete Plätze, zu den Brunnen. Sie fingen an sich zu begegnen, ihre Pausen dort zu verbringen, wo sonst nur Tauben ihren Aufmarsch probten.
Die Kellner kämen nicht nach, den Menschen ihre Wünsche zu erfüllen.
Die Nachmittage kühlten nicht mehr ab, die Bäder füllten sich, als wären sie eine Kopie der Urlaubsfotos mediterraner Strände

Die Abende, ja die Abende wären noch schlimmer.
Dort stiegen die Rauchsäulen menschlicher Kultstätten auf, Grillabende trieben Düfte durch die Straßen und Wohnblocks, denen man nicht mehr Herr würde.
Die Gärten, in denen man auf Holzbänken und unter Schirmen säße,
sie würden lauter und dort wie überall begännen sich die Menschen einander anzuschauen, zueinander sich drängend die Lebenslust und Freude zu genießen, die ein lauer Sommerabend versprühen würde.
Wenn die Sonne dann endlich ihren Platz aufgäbe,
spendeten Laternen und Fackeln ihr unruhiges Licht den Menschen eine Atmosphäre, die sie nicht nach Hause ziehen ließe,
die sie weiter im Reigen der Grenzenlosigkeit miteinander tanzend verbinden würde.
Über den Ebenen breitete sich der Gesang der Grillen aus,
die Boote in den tausend Häfen schaukelten leicht über die warmen Wellenkämme. Die Seen glitzerten im fliehenden Licht der Straßencafes,
die Berge spendeten kühle Winde im Purpurrot der untergehenden Sonne. Das Land könnte dann nicht einschlafen.

Nun, ich muss dir diese Bilder so vor dein Wesen stellen,
weil diese uns in unseren Herzen verfolgen,
sie sind eine Erinnerung an eine Jahreszeit,
die wir Sommer nannten.
Wir sind noch längst nicht davon geheilt.
Dann und wann lösen plötzliche Lichtstrahlen der Sonne,
die sich durch die schützende Wolkendecke ihren Weg zu uns erkämpfen,
ein quälendes Gefühl der Sehnsucht aus.
Wir empfinden leichte, versteckte Euphorie,
wenn ein plötzliches Kontinentalhoch das Quecksilber
in den Säulen emporsteigen lässt.
Wir sind noch dabei, die physischen Erinnerungen zu ordnen,
die Stühle und Tische der Cafés auf den Plätzen der Stadt zusammen zustellen,
sie mit einer durchsichtigen Folie zu verstecken,
wie eine Warnung an alle, dass sie vielleicht doch noch mal zum Einsatz kommen müssten.
Die Krämer versuchen ihre Lager von diesen Erinnerungen zu befreien,
die Menschen kommen wieder zu sich und gehen ihre eigenen, schmalen Wege.

Du Heimkehrer aus der Ferne mit dem Überfluss an fremder Jahreszeit,
frage nicht nach dem, was wir hier nicht erlebt,
erzähle nicht von dem, was du hast so lange genießen dürfen.

Behalte deine Erinnerungen in dir, denn sie sind deine Sonne,
die wir nicht kennen.

[by occ]

Sonnenuntergang

Neues aus Schwaben….. [by occ]

Endlich: die Wasen ist vorbei!!!!Freimarkt2009

In den Bussen, Bahnen und Bahnhöfen kehrt wieder die Normalität ein, die ein vernünftiger Mensch braucht um im täglichen Überlebenskampf dort bestehen zu können. Normalität heißt in Stuttgart, genau wie in Bremen wohl auch, das einem trotz Fahrkarte und des Fahrplanwissens die Wege zum Ziel verwehrt werden können.

In den vergangenen 2 Wochen herrschte darüber hinaus Ausnahmezustand im Großraum Stuttgart: Es war Wasenzeit!

Wasen? Nein, keine Dekoschau über Blumengefäße sondern das Volksfest hier in der Region. Denkt in Bremen an den Freimarkt, in Hamburg an den Dom, in Hannover an das Schützenfest , in Herne an die Cranger Kirmes und in München ans Oktoberfest = Cannstatter Wasen. Apropos Oktoberfest: die Wasen lehnt sich an das Oktoberfest an. Als Junge war ich oft auf dem Hamburger DOM, da gab es Fahrgeschäfte, Süßigkeiten, Brutzelbuden, Losverkäufer. Es gab damals auch ein einziges Festzelt (den Ochsen), wo man als Hamburger ein bisschen Oktoberfeststimmung bekam. Aber das wars dann auch schon. Die Wasen ist da ganz anders. Wir leben hier zwar immer noch nicht in Bayern, auch wenn es manchen Norddeutschen von Ferne so vorkommen mag, sondern die Menschen pflegen normalerweise eine eigene, schwäbische Kultur und Tradition auf die sie auch sehr stolz sind. Aber zur Wasenzeit bleibt ihre Kultur daheim und man bemüht sich dann eines „Wasenstylez“, den ich gern als „pseudobayerisch“ bezeichne. Das fängt damit an, das hunderttausende von Menschen, und das ist wirklich nicht übertrieben, in neo-romantischen Trachten aus Kunst- oder echtem Leder in Seppelhose, bierHolzfällerhemd und Seppelhut- die Frauen und Mädchen mit streng geflochtenen Haaren, korsettgepressten Dirndl, nackten Beinen aber mit Fellschuhen an den Füßen durch die Gegend rennen. Alle sind sie auf dem Weg zur- oder kommen von der Wasen. Fahrgeschäfte? Losbuden? Von wegen. Riesige Bierzelte sind dort das Ziel dieser Neo-Romantiker. Auf engsten Raum sind dort Biertischgarnituren aufgestellt, Bier fließt dort hektoliterweise in Krügen, gegessen werden zumeist chemische Brathähnchen, die schnell emporgezüchtet wurden um einen maximalen Gewinn der Eventgastronomie zu garantieren, Musik wird live aufgespielt von Blaskapellen und auch beatz sind dort vertreten. Konsumzurückhaltung? Aber wo denn= 1L Bier kostet ab €10,00 und die Riesenzelte sind ständig überfüllt. Eigentlich könnten sich die Stuttgarter Brauereien mal überlegen, ob sie denn nicht endlich eine Bierpipeline vom Stuttgarter Süden bis nach Stuttgart Cannstatt verlegen, dann würden auch endlich diese nervigen Biertransporte mit original Braupferden und Kutschen im morgendlichen Berufsverkehr ein Ende haben. Weiterer Nebeneffekt: all die Bierromantiker, die sich beim Genuss selbstüberschätzen, könnten durch diese Pipeline zu den Brauereien geschickt werden- sollen die sich doch mit denen auseinandersetzen und nicht wir, die mit dem alltäglichen Survival-Camp-Nahverkehr schon genug an der Backe haben.

Was das alles nun mit dem Nahverkehr zu tun hatte? Er kollabierte an zwei Wochenenden. Züge konnten nicht von den Bahnhöfen wegfahren weil sie überfüllt waren. Verspätungen und Ausfälle waren die Folge. Leider wurden aus den neo-romantischen Trachtenmenschen dann auf der Heimfahrt betrunkene Witzfiguren die leider ihre Kinderstube vergaßen und die Züge neben ihrer Anwesenheit auch noch mit üblen Ausdünstungen und Halbverdauten beglückten. Ich beschrieb es ja schon an andere Stelle, dass sich Reinlichkeit und Rechtschaffenheit hier oftmals eben nur vor der eigenen Haustür abspielen.

Aber nun kommt der Hammer:

An einem Samstagabend sah sich wohl ein verantwortungsvoller Fahrdienstleiter der DB-Regio dazu genötigt, allen „normal“ tickenden Bürgern am Hauptbahnhof in Stuttgart eine Warnung über die Anzeigetafeln an den Gleisen zukommen zu lassen. Dort, wo sonst nur frustrierende Sätze wie „ Zug entfällt“ oder auch „Zug verspätet sich“ zu lesen steht, hatte er ein Textlaufband mit folgendem Inhalt eingestellt:

„Cannstatter Wasen: Es ist mit Verspätungen, überfüllten Zügen und verhaltensgestörten Personen zu rechnen“

https://twitter.com/philsavedpizza/status/521406639266865152/photo/1

 Dieses Laufband lief 45 Minuten am Hauptbahnhof und es erregt nun die schwäbischen Gemüter. Die Bahn sah sich zu einer öffentlichen Entschuldigung veranlasst.

 Nun, ich bin so froh Euch heute einmal über etwas Positives aus dem schwäbischen Alltag berichten zu können, wobei zu befürchten steht, dass der Verantwortliche für diesen Text ebenso kein Schwabe ist.

[occ]

Schwäbische Possen…. [by occ]

Seit Jahren lebe ich in der Diaspora, genauer: im Schwabenland. Das ist ungefähr so, als wenn ein Wikinger dazu verdonnert würde, aus seinem Drachenboot in ein Kreuzfahrtschiff umzusteigen. Fremde Sprachen allenthalben, komisches Essen, saure Getränke und das Betragen der Mitpassagiere lässt auch zu wünschen übrig. Der Zusammenhalt, der Sonnenschein in diesem Sommer, das richtige Meer, die Solidarität und der Kampfgeist des Nordens fehlen mir auf diesem schwäbischen „Kulturdampfer“.

Die Schwaben sprechen von ihrem Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg vom „Ländle“. Diese Verniedlichung übrigens ist ein fester Bestandteil ihrer Umgangssprache und wird fast jedem Substantiv hinzugefügt. Dieses Bundesland gehört bekanntermaßen- und nicht zuletzt deshalb bekannt, weil die Schwaben es allenthalben jedem erzählen, ob er es nun hören will oder nicht, zu den „reicheren“ Bundesländern. Einhergehend damit meinen sie, dass dieser Reichtum von schwäbischen Tugenden herrühre: Rechtschaffenheit, Fleiß, Schaffe Schaffe Häusle baue, Kehrwoche und Sparsamkeit. Kaum einer erinnert sich hier noch an den Marshall-Plan.

Doch jetzt komme ich zu einem Vorfall, den ICH für typisch schwäbisch halte:

Im Jahre 2011 kam es in Bezug auf den Strecken- und Bahnhofsumbau in Stuttgart, bundesweit als Stuttgart 21 bekannt, für schwäbische Verhältnisse zu revolutionärem Aufbegehren gegen das Bauprojekt seitens einer neuen bürgerlichen Spezies im Schwabenland: den „Wutbürgern“. Im Lande der Rechtschaffenheit eine verblüffende Population einer vormals völlig unbekannten Spezies. Dieser Widerstand der Wutbürger führte zu einem landesweiten Referendum für oder gegen die Finanzierung dieses Bauprojektes.

58,9% aller Bürger im Lande Baden-Württemberg wollten dieses Bauprojekt- eine denkbar knappe Entscheidung, denn die Konsequenzen tragen die Bürger der Stadt Stuttgart: Baulärm, Verspätungen des Nahverkehrs, verstopfte Straßen, Dreck und ob das Mineralwasser in Cannstatt in 10 Jahren auch noch da sein wird wo es heute noch sprudelt-wer weiß? Als Demokrat beugte ich mich dem Referendum und suche meinen Frieden. Bis vorletzte Woche!

In dem kleinen Teilort von Horb am Neckar, Talheim genannt, zu Füßen des Schwarzwalds gelegen und ca. 60 Km südwestlich von Stuttgart entfernt, konnte man als außenstehender Nichtschwabe einen für normale Menschen verblüffenden Vorgang wahrnehmen. Talheim hatte im Zuge des Referendums mit 70% für das Bauprojekt gestimmt- wir erinnern uns: 58,9% war der landesweite Durchschnitt. Was immer die Talheimer für dieses Bauprojekt fern ihrer Heimat euphorisiert hatte, die Gerechtigkeit, aus Sicht jedenfalls manch Stuttgarter, fällt nun zurück auf Talheim! Die Deutsche Bahn, als Bauträger von Stuttgart 21, hat einen alten Steinbruch am Rande von Talheim für die Endlagerung von Teilen des gipsdurchwirkten Erdaushubs aus Stuttgart auserkoren. Damit würden dann täglich ca. 60 beladene LKW durch Talheim zum Steinbruch und wieder zurück fahren und das über einige Jahre. Und nun bildet sich Widerstand unter den Rechtschaffenden!!!

Dreck und Lärm, den die sauberen Bürger von Talheim den fernen Stuttgartern zu gern zugemutet hatten, kommt vielleicht in Teilen auch nach Talheim 21. Anstatt demütig den Kopf einzuziehen und sich mit doppelt soviel Kehrbesen und Ohrenschützer auszustatten, wollen diese Talheimer den Dreck nicht, den sie den Stuttgartern gönnen.

Fazit: im Schwabenland findet Sauberkeit vor der eigenen Tür statt, Demokratie allerdings erst nach der Kehrwoche.

[occ]

Stuttgart21

Raumschiff Nahverkehr [by occ]

Wir schreiben das Jahr 2014. In den unendlichen Weiten des Liniennetzes des Stuttgarter Nahverkehrs bin ich ein Fremder in einer anderen Galaxie. Haltestellen, Bahnhöfe und die Wege dazwischen sind galaktische Wegpunkte, die sich mir hoffentlich bald erschließen werden, die ich bisher höchstens vom Vorbeirauschen im Auto wahrnahm. Was mir allerdings nicht bekannt war, ist, dass der Übergang in einen Nahverkehrsbus gleichbedeutend ist mit dem beamen in ein Raumschiff, dem Zutritt in eine Welt von übermorgen! Naja, vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich aus der Welt von vorgestern komme? Ich trete also in den Bus und um mich herum sitzen und stehen lauter Gestalten von fernen Planeten! Da sind Gestalten drin mit riesigen Kopfhörern auf den Ohren als ob die ne mega Stereoanlage mit sich rumschleppen würden. Oder aber bei manchen kommen sogar Drähte aus den Ohren raus! Und alle diese Gestalten haben ein Gerät in der Hand, dass sie die ganze Zeit anstarren und sogar mit ihren Fingern stakkatoartig berühren. Vor mir war sogar einer, der dem Busfahrer dieses Gerät vor die Nase gehalten hatte, als ob darin eine Erlaubnis zum Betreten des Raumschiffes enthalten war. Eingeschüchtert davon blickte ich auf meine Monatskarte und mir kam der Gedanke, ob ich nicht ausgelacht würde beim Vorzeigen meines profan gedruckten Fahrscheins. Aber es ging alles gut und ich stellte mich zu all den Aliens dazu. Alle blicken nach unten auf ihre Geräte- manchen entströmt Musik in verschiedenen Lautstärken und beats. Es gibt aber auch Aliens, die mehr oder minder lautstark in Selbstgespräche vertieft sind. Als ich als Jugendlicher noch Öffis gefahren bin, da schaute man immer angestrengt aneinander vorbei und es herrschte eine angenehme Ruhe im Bus. Das Highlight war damals für mich, wenn ich den Blick eines sympathischen Mädels fand, dann war der Tag schön und fing mit Herzklopfen an. Ich fürchte, dass diese romantischen Erinnerungen in diesen modernen Raumschiffen eher einem Schrei aus dem Altersheim gleich kommen. Kein Alien schaut auf, jeder ist auf sein Gerät fixiert und bekommt gar nicht mit, dass ich im Bus bin- ohne Drähte, ohne Bratpfannen am Ohr, ohne Kommunikator in der Hand.

Was wird passieren, wenn plötzlich die Raumschiffkontrolleure zusteigen und mich nach meinen Identitätsmerkmalen fragen? Werden die mich aus dem Raumschiff schleifen wenn ich meine profane Fahrkarte vorzeigen will? Muss ich ienach Asyl schreien um nicht aus dieser Welt abgeschoben zu werden?

Meine Gedanken galoppieren, obwohl ich mir dse Zukunft gar nicht weiter ausmalen will. Ich ertappe mich dabei, dass ich im Unterricht nebenher nach gebrauchten Autos Ausschau halte um der Abschiebehaft zu entgehen…

[occ]

 Stuttgart

Gäste-Gedanken [Gedankenteiler reicht das Mikro rum]

Hallo ihr Lieben, ihr Bösen und andere Freigeister dieser und jener Welten. ^^

Nach drei Jahren und über 1000 (!) Followern ist es an der Zeit einen nächsten Schritt zu wagen.

Nein, keine Sorge, ich bereichere euch weiter mit meinen Gedanken. (So kurios sie auch manchmal sein mögen.)

Vielmehr möchte ich Platz für andere Gedanken bieten.

So trat ein Kollege an mich an, selbst kein Blogger (noch nicht??? ;)) und fragte ob ich einen Text von ihm veröffentlichen würde.

Ich las besagten Text und musste herzhaft lachen. NATÜRLICH (!?) würde ich diesen Text veröffentlichen!

Besagte Beiträge erkennt ihr an der Signatur: [occ] und findet sie im Archiv unter „Gäste-Gedanken“.

Und nun hoffe ich natürlich das sich besagter (Stuttgarter) Kollege auch einmal öfter traut sich hier zu äußern.

Macht ihm also bitte Mut! 😉

Viel Vergnügen!!!

Mikro

P.S.: Ich weise darauf hin das Beiträge die den Namen des Verfassers tragen nicht zwangsläufig meine eigenen Gedanken & Ansichten wiederspiegeln!

Der Autor wurde weder von mir genötigt, noch in irgendeiner Form beeinflusst! 😉

P.P.S: Wie versprochen wird für die erreichten 1000 Followerein Gewinnspiel folgen.

Bitte habt noch etwas Geduld, denn die Vorbereitungen laufen noch.

Soviel sei verraten: Es wird FANTAStisch. 😉